| In Bündheim hat es schon sehr früh eine Kirche gegeben - Urkunden aus dem 14. Jahrhundert lassen das erschließen. 1498 wird die Bündheimer Kirche als Mutterkirche der Schlewecker genannt. Ob die heutige Kirche, an der als ältestes Datum die Jahreszahl 1610 zu lesen ist, im Grundbestand mit dem früher bezeugten Gebäude identisch ist, also eine Art Erweiterungsbau darstellt, oder ob der Vorgängerbau an anderer Stelle - im Winkel zwischen Silberbornstraße und Am Schloßpark - stand, lässt sich nicht mit Sicherheit entscheiden. |
Grabmal Breymann |
Unmittelbar an der Kirche lag früher der Begräbnisplatz Bündheims, bis 1810 der einzige für den Ort. Noch 1866 befanden sich die Grabdenkmäler der Familien Breymann und Knoblauch dort; bei der Erweiterung des Gestütsparks sind sie verlegt worden. |
Von einer - womöglich auch mit Umbauten verbundenen - Reparatur im Jahre 1725 kündet die Inschrift über der heutigen Eingangstür. 1765 erhielt der Turm, der bis dahin mit einem einfachen Satteldach abschloss, ein Zwiebeldach mit Laterne und Wetterfahne. Der obere Teil des Turms wurde nach einem durch Blitzschlag entzündeten Brand 1952 erneuert. |
![]() Turm |
![]() Epitaph Hage |
Vor dem Altar war früher ein Grabgewölbe. Amtleute und ihre Angehörigen waren dort bestattet worden. Die Grabplatten stehen seit 1893 an der Außenseite der Kirche. Das Epitaph der Amtmann-Familie Hage aus dem Jahre 1643, auf dem im Hintergrund der Burgberg mit der Harzburg zu sehen ist, hat seinen Platz an der Nordwand im Innern. |

Altarwand, Sakristei und Kanzel gehören nicht zur ursprünglichen Ausstattung. Sie waren Bestandteil der früheren Harzburger Kirche, die zu Anfang dieses Jahrhunderts abgerissen und durch die Lutherkirche ersetzt worden ist.Der Altar befand sich dann in Braunschweig im Vaterländischen Museum, wurde von dort im Zweiten Weltkrieg nach Süpplingen ausgelagert und 1951 für die Bündheimer Kirche aus lauter Einzelteilen neu zusammengesetzt. Einige Stücke wurden nachgeschnitzt (Evangelisten Matthäus und Lukas an der Kanzel), auf andere nicht mehr vorhandene Teile wurde bislang verzichtet. Im wesentlichen ist die Aufstellung dieselbe wie zuvor in Harzburg. Als Schnitzer wird die Bildschnitzerwerkstatt Lessen in Goslar genannt. Das Jahr der Fertigstellung (1709) und die Stifter das Altars sind am Werk selbst zu ersehen (neben der Abendmahlsdarstellung unten rechts). Die Kanzel und die als Beichtstuhl angefertigte Sakristei sind 1710 nachgearbeitet worden. |
Der Altar zeigt, von der Predella ausgehend, die heilsgeschichtlichen Ereignisse zwischen Gründonnerstag und Himmelfahrt: Einsetzung des Abendmahls, Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Christi. Im Zentrum der Darstellung ist jeweils die Gestalt Jesu Christi zu sehen. Der Kreuzigungsszene (mit Maria und Johannes) sind Moses und Johannes der Täufer zugeordnet, der Auferstehung (mit den Wächtern) die Evangelisten, die Himmelfahrtsszene (mit Mose und Elia sowie zwei Engeln) ist mit Blick auf die Verklärung Jesu gestaltet. |
Ein Gemälde links vom Altar zeigt die Geburt Christi. Es ist wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden. Der unbekannte Meister zeigt Maria in rotem Unter- und blauen Obergewand, die sich über das auf Stroh liegende Kind beugt. Hinter ihr befindet sich Joseph vor den Tieren unter der Heuraufe. Von links hinten kommt eine Hirtenfamilie. Oben schwebt von links ein Engelreigen herab in einem Lichtstrahl, der auf Maria und Jesu fällt. Zwischen den sieben Engeln ist ein textloses Spruchband; mehrere Engelköpfe sind lediglich angedeutet. Das Gemälde wurde 1951 von Fritz Herzig, Braunschweig, restauriert. |
![]() Weihnachtsgemälde |
![]() Orgel mit Orgelprospekt |
Die auf der oberen Empore befindliche Orgel konnte erst 1996/97 einen Prospekt erhalten. Das Orgelwerk wurde seit 1956 in mehreren Abschnitten erneuert. Die der barocken Orgel verpflichtete, in der Tradition der Freiburger Orgelbewegung entworfene Konzeption wurde mit modernster Technik verwirklicht. Die Orgel hat zwei Manuale und Pedal, vollelektrische Traktur, Schleifladen. Der Spieltisch steht auf der unteren Empore und ist fahrbar. |
Bis vor kurzem haben zwei zinnerne Altarleuchter aus dem frühen 18. Jahrhundert den Altar geschmückt. Sie sind jetzt im neben der Kirche gelegenen Gemeindehaus ausgestellt. Auf dem Altartisch leisten nun zwei dem barocken Stil nachempfundene Messingleuchter ihren Dienst.
Mehrere Abendmahlskelche gehören der St. Andreas-Gemeinde. Der älteste datiert von 1635. Er ist aus vergoldetem Silber und 16,8 cm hoch.
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